Ich wünsch mir ein Tier zur Weihnacht
- Nein! Zu tierischen Geschenken!


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Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Wie jedes Jahr, werden sich viele Kinder wieder ein Tier zu Weihnachten wünschen, sie werden bitten und betteln und am 24.12. ist es dann wieder so weit: In einem viel zu kleinen Käfig sitzt unter dem Weihnachtsbaum bei all dem Trubel ein panisches, völlig verängstigtes Meerschweinchen, das nur noch aus Todesangst besteht. Hektisch wird die Schleife vom Käfig entfernt, das Schweinchen gegriffen und in der ganzen Verwandtschaft herumgezeigt. "Ach und es ist ja so ruhig, schon richtig zahm."
NEIN, es ist nicht zahm - es ist starr vor Angst und erwartet naturgemäss seinen Tod, denn der "Feind" hat es ja schon gepackt!
Dann ist Weihnachten vorbei, das kleine Schweinchen lebt doch noch und kommt zur Ruhe - wenn da nicht die neugierigen Freunde und Freundinnen wären. Alle kommen und staunen, greifen nach dem Meerli, wollen es streicheln. "Oh, es ist heruntergefallen, aber es lebt ja noch, war wohl nicht so schlimm". Auch das laute Gekreische im Kinderzimmer ist sicher nicht so schlimm für ein ohnehin schon verängstigtes Fluchttier.
Aber wer hätte es gedacht, es wird ruhiger um das Schweinchen. Es bekommt fast täglich sein frisches Wasser und sein Körnerfutter. Heu bekommt es nicht, denn das macht ja so viel Schweinerei auf dem Teppich und so sitzt es auch auf der alten Zeitung von letzter Woche, das macht nicht so viel Dreck wie die empfohlenen Späne. Grünfutter ist zu teuer im Winter, Körnerfutter ist doch sicher auch was Gutes. Es wird noch ruhiger um das kleine einsame Meerschwein. Es ist so langweilig und sitzt nur in der Ecke. Töne gibt es auch nicht mehr von sich, mit wem soll es auch kommunizieren, so allein?
Es wird Sommer und der Urlaub naht. Alle Koffer sind fertig gepackt für die Reise in den Süden. Ach ja, das Tier aus dem Kinderzimmer, man hatte es fast vergessen. Auf dem Weg zur Autobahn ist ein kleines Wäldchen, sicher wird es dort allein zurechtkommen.

Adieu, kleines Schweinchen!

(Autor/in unbekannt)

Soll man ein Tier zu Weihnachten verschenken?

Diese Frage kann man in der Regel guten Gewissens mit NEIN beantworten. Die vollen Tierheime sprechen eine deutliche Sprache, wo das Schicksal vieler gutge-meinter Weihnachtsgeschenke endet. Gut gemeint ist eben meistens das Gegen-teil von gut. Und die Tiere müssen dann dafür bezahlen. Bei Hunden und Katzen finden die meisten Leute das traurig und empörend, wenn die Viecherl ins Tierheim abgeschoben oder kaltblütig ausgesetzt werden, weil sie Arbeit machen und den Besitzern lästig geworden sind. Und was ist mit den vielen Wellensittichen und anderen Stubenvögeln? Viele von ihnen werden einfach fliegen gelassen, was für die meisten den sicheren Tod bedeutet, wenn sie nicht bei echten Tierfreunden Asyl oder gar ein neues Zuhause finden.

Bedenkt bitte!
  • Ein Haustier bindet für viele Jahre.
  • Den Umgang mit Tieren muss man lernen - das geht nicht von heute auf morgen!
  • Die Tierliebe der meisten Kinder hat recht enge Grenzen; sie bezieht sich in erster Linie auf süsse Jungtiere. Kümmert sich Ihr Kind nicht um das Tier, so müssen Sie übernehmen, liebe Eltern!
  • Dein neues "Familienmitglied" braucht Auslauf, Futter, Zuwendung und Pflege. Alles in allem beläuft sich das auf mind. eine Stunde pro Tag!
Dies solltest du über die einzelnen Tierarten wissen:
  • Mit Hamstern, Meerschweinchen, Mäusen und Ratten musst du dich über einen längeren Zeitraum beschäftigen, bis sie handzahm werden. Hamster und Chinchillas sind für Kinder bis ca. 12 Jahre nicht geeignet, da die Tiere nachtaktiv sind.
  • Für Vögel ist ein kleiner Käfig in einer Wohnung keine artgerechte Haltung.
  • Die Pflege von Fischen ist eine kleine Wissenschaft für sich - und der Aufwand, ein Aquarium zu pflegen, sollte nicht unterschätzt werden.
  • Katzen sind sehr eigenwillig und wollen selbst bestimmen, wen sie an sich heranlassen. Sie sind jedoch pflegeleichter als Hunde und brauchen nicht ständige Aufmerksamkeit.
  • Hunde können nette Spielkameraden sein, wenn sie gutmütig sind und gut erzogen werden. Sie brauchen täglich mindestens zwei Stunden Auslauf im Grünen.
  • Und noch eine Bitte: Die Tierheime sind überfüllt. Wenn du einem verlassenen Tier zu Weihnachten ein neues Zuhause geben willst und wenn du dir alles reiflich überlegt hast, bist du dort richtig. Vielleicht rettest du dem Tierchen im Tierheim sogar das Leben, weil es sonst getötet werden müsste.


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