 Bild: (c) by Sabine F. http://www.brenda-macho.de |
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Hunde-Hausapotheke
Die
Hunde-Hausapotheke sollte für Notfälle beinhalten:
- Zeckenzange
- Pfotenschutz
- elastische Binde
- Dreiecktuch
- Brandwundenpäckchen
- 2 Mullbinden
- breites Leukoplast
- Schere mit abgerundeten Spitzen
- Pinzette
- 0,9% Kochsalzlösung (Apotheke, zum
Spülen der Augen bei Verletzungen)
- Vaseline
- Pfotenschutzemulsion
- Notfalltropfen (Apotheke, Bachblüten)
- Kohletabletten bzw. Podophyllum peltatum D4
Globuli (Apotheke, gegen Durchfall)
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Zum Tierarzt
Die Telefonnummer des Tierarztes am Besten notieren und
mitführen, denn es kommt leicht vor, dass die Nummer bei einem Unfall vor
lauter Sorge um den Hund vergessen wird. Also: Aufschreiben, einstecken. Bei
schweren Unfällen ist es ratsam, den Tierarzt vorab zu informieren, damit
er sich auf den Notfall einrichten kann, bis der Hund kommt. Trotz aller
Aufregung: Langsam und konzentriert fahren, sodass weder Besitzer oder andere
Verkehrsteilnehmer noch der Hund gefährdet ist. Ruhe bewahren - auch wenn
es schwer fällt.
Erstmassnahmen bei Unfall
Bei einem Unfall bzw. nach einer Beisserei sollte der Hund
unbedingt sofort angeleint werden, denn oftmals stehen die Tiere unter Schock
und reagieren erst ganz normal, wenn der Schock nachlässt. Spürt der
Hund dann die Schmerzen reagiert er meist unkontrolliert. Einen panischen Hund
wieder einzufangen und zu untersuchen wird extrem schwierig. Bitte sich
keineswegs darauf verlassen, dass der Hund sonst folgsam ist - er befindet sich
gerade in einer Extremsituation und wird auch so reagieren. Tipp:
Wenn mal wieder ein 1.-Hilfe-Kurs (für Menschen) besucht wurde, kann das
dort erworbene Wissen dem Betroffenen in einer Unfallsituation - sei der Hund
oder der Mensch betroffen - sehr zugute kommen.
Maulschlinge
Es ist oftmals ratsam, dem Hund eine
Maulschlinge anzulegen, damit er nicht beissen kann. Wenn Hunde Schmerzen
haben, reagieren sie selten normal - deshalb dieser Tipp. Wenn der Hund jedoch
beisst, ist das eine ganz normale Abwehrreaktion. Nur wenige Hunde mit
äusserst gutem Verhältnis zu ihrem Rudelführer lassen sich auch
in Extremsituationen eine Untersuchung ohne Weiteres gefallen. Wenn die
Maulschlinge vorher mit dem Hund geübt wurde, wird er es in der
Unfallsituation als gar nicht so schlimm empfinden. Jeder Hund sollte an eine
Maulschlinge/Maulkorb gewöhnt werden, um ihm den psychischen Stress zu
ersparen, wenn er einmal einen tragen muss, wie zum Beispiel in
öffentlichen Gebäuden in Italien und Österreich, beim Tierarzt,
bei Unfällen etc.
So wird eine Maulschlinge angelegt:
- Die vorbereitete Schlinge, die aus einem Strick
(nicht zu grob), Band oder Tuch geformt wurde, über die Schnauze des
Hundes ziehen
- Die beiden Enden der Schlinge hinter den Kopf des
Hundes führen, dort verknoten.
- Achtung: Die Schlinge nicht zu lose machen, damit
der Hund weder das Maul öffnen und beissen, noch den Kopf sehr weit
bewegen kann.
Atemstillstand
Bei einem Atemstillstand des Hundes muss sofort gehandelt
werden. Da die lebenswichtigen Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt
werden, entstehen dauernde Schäden. Wird nicht gehandelt, wird es
zwangsläufig zu einem Herzstillstand kommen.
Massnahmen:
- Atemwege des Hundes freilegen
- Zunge des Hundes nach vorn ziehen
- Alles aus dem Maul entfernen, was die Atmung
blockieren könnte
- Den Kopf des Hundes leicht überstrecken
- Glück gehabt - der Hund atmet wieder.
Sonst: Mund-zu-Nase-Beatmung:
- Maul des Hundes zudrücken (Zunge darf nicht
mehr heraushängen)
- Mund auf die Nasenlöcher des Hundes legen
- Kräftig und konstant Luft in die Nase blasen,
bis sich der Brustkorb des Hundes ausdehnt
- Achtung: Bei zu kräftigen
Luftstössen kann es sein, dass nicht die Lunge, sondern der Magen des
Hundes beatmet wird!
Schock
Beim
Schock werden hauptsächlich nur noch die lebenswichtigen Organe
genügend durchblutet. Dies führt zum Sinken des Blutdrucks, zur
Minderdurchblutung des Kopfes und zur Auskühlung der Haut.
Massnahmen:
- Hund anleinen
- Hund auf die Seite legen
- Irgend etwas unter die Hinterbeine des Tieres
legen
- Den Hund mit einer Jacke oder ähnlichem
zudecken
- Kreislauf kontrollieren
- Wird der Hund bewusstlos, die Atemwege freimachen,
damit er nicht an Erbrochenem ersticken kann
Vergiftung
Bei
Vergiftungen ist es für Laien sehr schwierig, eine richtige Diagnose zu
stellen. Einziges sicheres Anzeichen, das selber gesehen werden kann, ist, dass
der Hund Gift frisst. Helfen kann in diesem Fall nur der Tierarzt, deshalb sind
hier die Anzeichen auf eine Vergiftung genannt:
- Starkes Erbrechen, starker Speichelfluss
- Starke Reizung der Augen- oder Mund-schleimhaut
- Zittern, Schwäche, Kreislaufkollaps,
Krämpfe
- Blut im Erbrochenen, Häufchen oder Urin
- Blaufärbung der Zunge
Erstmassnahmen:
- Aufbewahren einer Probe des Giftes (Beipackzettel,
Produktbeschreibung) bzw. des Erbrochenen
- Kohletabletten füttern; absorbiert
kurzfristig einen Teil des Giftes
- Falls der Hund keine Krämpfe hat, ihn Wasser
trinken lassen, so viel er will, jedoch kein Wasser eingeben
- Keinesfalls eine Maulschlinge anlegen!
Rattengift
Bei
Tieren, die Dicumarol gefressen haben, treten erst 3-5 Tage nach der
Giftaufnahme auf. Der Hund wird schlapp, blutiger Speichel, Urin oder Kot.
Durch den Wirkstoff wird die Blutgerinnung aufgehoben, der Hund kann an
kleinsten Wunden verbluten. Bei rechtzeitiger Behandlung (Tierarzt!) sind die
Aussichten relativ gut. Bei Tieren, die Thallium gefressen haben, die Anzeichen
setzen erst sehr spät ein. Die Haare gehen büschelweise aus, der Hund
erbricht manchmal, Durchfall und Ausschlag. Langwierige Behandlung (Tierarzt!)
Schneckenkörner
Uncharakteristische Symtome wie Unruhe, Erbrechen und
Krämpfe. Heftiger Verlauf.
Säurevergiftung
Starker Brechreiz, starke Reizung der Rachenschleimhaut,
Kaffeesatzerbrechen, Kreislaufkollaps
Massnahmen:
- Kein Erbrechen provozieren, da hierbei doch die
Speiseröhre veräzt würde.
- Vorsicht bei der Wasseraufnahme, diese kann zum
Erbrechen führen. Hände schützen.
- Tierarzt!
Verbrennungen
Hunde können sich an Wärmequellen, Chemikalien und Stromquellen
verbrennen. Die Symptome unterscheiden sich je nach der Ursache der
Verbrennung.
Anzeichen
- Rote Haut (Hitze) oder weiss (Lauge) oder braun
(Säure) verfärbt
- Das Fell ist an der betreffenden Stelle versengt
oder fällt aus
- Die Haut ist stark berührungsempfindlich
- Die Haut zieht sich zusammen (Säure) oder
fühlt sich seifig, glitschig an (Lauge)
- Blasenbildung auf der Haut
Erstmassnahmen
- Hände schützen
- Wenn die Haut noch intakt ist, die Wunde mit kaltem
Wasser abspülen
- kühlende Kompressen auf die Wunde legen
- Wenn die Haut geschädigt ist, die Wunde nur
mit einem sauberen Tuch abdecken
- Tierarzt aufsuchen!
Stromschlag
ACHTUNG: Oftmals erscheint der Hund nach einem Stromschlag
erholt, die Schäden (Herzrhytmusstörungen, Füllen der Lunge mit
Wasser) treten oft erst nach Tagen auf!
- Anzeichen
- Brandwunden im Maulbereich
- Krämpfe
- kollabieren
- Atemfrequenz unter 10 Atemzüge/min
- Bewusstlosigkeit, ev. Herzstillstand
Erstmassnahmen
- Stromquelle sofort abstellen, Hund vorher nicht
berühren
- Wenn die Stromquelle nicht ausgeschaltet werden
kann, versuchen, den Hund von der Stromquelle wegzuschieben, jedoch ohne ihn
dabei zu berühren; z.B. mit einem Holzbesenstiel, Holzlatte, Ast, etc.
- Vorsicht bei feuchtem Gras!
- Wenn für den Besitzer keine Gefahr mehr
besteht, Atmung und Puls überprüfen
- Wenn nötig Wiederbelebung durchführen
- Zum Tierarzt gehen
Hitzschlag
Kein Hund sollte im Sommer im geparkten Auto längere Zeit
verbleiben! Die Temperatur kann hier innerhalb kürzester Zeit auf
über 55 Grad steigen - auch bei geöffneten Fenstern! Auch zu viel
Bewegung an heissen Tagen kann sehr schnell zu einem Hitzschlag führen.
Manche Hunderassen sind zudem gefährdeter als andere (z.B. alle
Hunderassen mit verkürztem Maul und flacher Nase (z.B. Pekingesen),
langhaarige Rassen, übergewichtige und ältere Hunde
Anzeichen
- Starkes Hecheln
- Sehr starker Speichelfluss
- Kreislaufkollaps
- ängstlicher Gesichtsausdruck
Erstmassnahmen
- Körpertemperatur des Hundes senken
- Hund in den Schatten bringen
- Falls Wasser vorhanden ist, den Hund vorsichtig
aber intensiv abkühlen. Wenn er ins Wasser geführt wird, immer darauf
achten, dass sein Kopf gestützt wird ( er könnte immer noch
zusammenbrechen)
- Keinesfalls Schocktherapie durch hineinwerfen!
- Hund so lange kühlen, bis es ihm wieder
besser geht
- Reichlich zu trinken geben
- Wenn nichts anderes vorhanden ist, dem Hund Speise-
oder gewürfeltes Eis zu fressen geben
Erfrierungen
Bei zu starker Unterkühlung kommt es meist zuerst am
Schwanz, Ohrenspitzen oder Fussballen zu Erfrierungen.
Anzeichen
- Muskelsteifheit
- Zittern
- Erweiterte, starre Pupillen
- Niedrige Pulsfrequenz (unter 70 Schläge/min)
- Niedrige Atemfrequenz (unter 10 Atemzüge/min)
- Haut löst sich in Schuppen ab, fühlt sich
ledrig an
- Haarausfall, weisse Verfärbung des Fells
Erstmassnahme
- Hund vorsichtig aufwärmen
- In eine Decke, Jacke oder ähnliches wickeln
- Wenn eine Wärmeflasche verwendet wird, immer
eine Decke zwischen den Hund und die Flasche legen
- Wenn ein Haarfön verwendet wird, diesen immer
auf die niedrigste Stufe stellen
Verdacht auf Tollwut
Virus, Übertragung v.a. durch Wildtiere
Symptome:
- Wesensänderung
- übermässiger Speichelfluss
- Aggressivität
- Bisse
Achtung:
Bei verdächtigem Kontakt sofort Tierarzt aufsuchen!!
Vorsorge: Beim Tierarzt regelmässig
Impfungen machen lassen.
Zeckenbefall
Zecken
können z.T. Krankheiten übertragen
Symptome:
Mit Blut vollgesogene Zecken, wie geschwollene,
bräunlich-weisse, erbsengrosse Gebilde
Abhilfe:
Sofortiges Entfernen durch Herausziehen (nicht drehen!) und
anschliessende Desinfektion |
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