1. Hilfe beim Hund


Bild: (c) by Sabine F.
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Hunde-Hausapotheke

Die Hunde-Hausapotheke sollte für Notfälle beinhalten:
  • Zeckenzange
  • Pfotenschutz
  • elastische Binde
  • Dreiecktuch
  • Brandwundenpäckchen
  • 2 Mullbinden
  • breites Leukoplast
  • Schere mit abgerundeten Spitzen
  • Pinzette
  • 0,9% Kochsalzlösung (Apotheke, zum Spülen der Augen bei Verletzungen)
  • Vaseline
  • Pfotenschutzemulsion
  • Notfalltropfen (Apotheke, Bachblüten)
  • Kohletabletten bzw. Podophyllum peltatum D4 Globuli (Apotheke, gegen Durchfall)

Zum Tierarzt

Die Telefonnummer des Tierarztes am Besten notieren und mitführen, denn es kommt leicht vor, dass die Nummer bei einem Unfall vor lauter Sorge um den Hund vergessen wird. Also: Aufschreiben, einstecken. Bei schweren Unfällen ist es ratsam, den Tierarzt vorab zu informieren, damit er sich auf den Notfall einrichten kann, bis der Hund kommt.
Trotz aller Aufregung: Langsam und konzentriert fahren, sodass weder Besitzer oder andere Verkehrsteilnehmer noch der Hund gefährdet ist. Ruhe bewahren - auch wenn es schwer fällt.

Erstmassnahmen bei Unfall

Bei einem Unfall bzw. nach einer Beisserei sollte der Hund unbedingt sofort angeleint werden, denn oftmals stehen die Tiere unter Schock und reagieren erst ganz normal, wenn der Schock nachlässt. Spürt der Hund dann die Schmerzen reagiert er meist unkontrolliert. Einen panischen Hund wieder einzufangen und zu untersuchen wird extrem schwierig. Bitte sich keineswegs darauf verlassen, dass der Hund sonst folgsam ist - er befindet sich gerade in einer Extremsituation und wird auch so reagieren.
Tipp: Wenn mal wieder ein 1.-Hilfe-Kurs (für Menschen) besucht wurde, kann das dort erworbene Wissen dem Betroffenen in einer Unfallsituation - sei der Hund oder der Mensch betroffen - sehr zugute kommen.



Maulschlinge

Es ist oftmals ratsam, dem Hund eine Maulschlinge anzulegen, damit er nicht beissen kann. Wenn Hunde Schmerzen haben, reagieren sie selten normal - deshalb dieser Tipp. Wenn der Hund jedoch beisst, ist das eine ganz normale Abwehrreaktion. Nur wenige Hunde mit äusserst gutem Verhältnis zu ihrem Rudelführer lassen sich auch in Extremsituationen eine Untersuchung ohne Weiteres gefallen. Wenn die Maulschlinge vorher mit dem Hund geübt wurde, wird er es in der Unfallsituation als gar nicht so schlimm empfinden. Jeder Hund sollte an eine Maulschlinge/Maulkorb gewöhnt werden, um ihm den psychischen Stress zu ersparen, wenn er einmal einen tragen muss, wie zum Beispiel in öffentlichen Gebäuden in Italien und Österreich, beim Tierarzt, bei Unfällen etc.

So wird eine Maulschlinge angelegt:
  1. Die vorbereitete Schlinge, die aus einem Strick (nicht zu grob), Band oder Tuch geformt wurde, über die Schnauze des Hundes ziehen
  2. Die beiden Enden der Schlinge hinter den Kopf des Hundes führen, dort verknoten.
  3. Achtung: Die Schlinge nicht zu lose machen, damit der Hund weder das Maul öffnen und beissen, noch den Kopf sehr weit bewegen kann.
Atemstillstand

Bei einem Atemstillstand des Hundes muss sofort gehandelt werden. Da die lebenswichtigen Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden, entstehen dauernde Schäden. Wird nicht gehandelt, wird es zwangsläufig zu einem Herzstillstand kommen.

Massnahmen:
  • Atemwege des Hundes freilegen
  • Zunge des Hundes nach vorn ziehen
  • Alles aus dem Maul entfernen, was die Atmung blockieren könnte
  • Den Kopf des Hundes leicht überstrecken
  • Glück gehabt - der Hund atmet wieder.
Sonst: Mund-zu-Nase-Beatmung:
  1. Maul des Hundes zudrücken (Zunge darf nicht mehr heraushängen)
  2. Mund auf die Nasenlöcher des Hundes legen
  3. Kräftig und konstant Luft in die Nase blasen, bis sich der Brustkorb des Hundes ausdehnt
  4. Achtung: Bei zu kräftigen Luftstössen kann es sein, dass nicht die Lunge, sondern der Magen des Hundes beatmet wird!
Schock

Beim Schock werden hauptsächlich nur noch die lebenswichtigen Organe genügend durchblutet. Dies führt zum Sinken des Blutdrucks, zur Minderdurchblutung des Kopfes und zur Auskühlung der Haut.

Massnahmen:
  • Hund anleinen
  • Hund auf die Seite legen
  • Irgend etwas unter die Hinterbeine des Tieres legen
  • Den Hund mit einer Jacke oder ähnlichem zudecken
  • Kreislauf kontrollieren
  • Wird der Hund bewusstlos, die Atemwege freimachen, damit er nicht an Erbrochenem ersticken kann
Vergiftung

Bei Vergiftungen ist es für Laien sehr schwierig, eine richtige Diagnose zu stellen. Einziges sicheres Anzeichen, das selber gesehen werden kann, ist, dass der Hund Gift frisst. Helfen kann in diesem Fall nur der Tierarzt, deshalb sind hier die Anzeichen auf eine Vergiftung genannt:
  • Starkes Erbrechen, starker Speichelfluss
  • Starke Reizung der Augen- oder Mund-schleimhaut
  • Zittern, Schwäche, Kreislaufkollaps, Krämpfe
  • Blut im Erbrochenen, Häufchen oder Urin
  • Blaufärbung der Zunge
Erstmassnahmen:
  • Aufbewahren einer Probe des Giftes (Beipackzettel, Produktbeschreibung) bzw. des Erbrochenen
  • Kohletabletten füttern; absorbiert kurzfristig einen Teil des Giftes
  • Falls der Hund keine Krämpfe hat, ihn Wasser trinken lassen, so viel er will, jedoch kein Wasser eingeben
  • Keinesfalls eine Maulschlinge anlegen!
Rattengift

Bei Tieren, die Dicumarol gefressen haben, treten erst 3-5 Tage nach der Giftaufnahme auf. Der Hund wird schlapp, blutiger Speichel, Urin oder Kot. Durch den Wirkstoff wird die Blutgerinnung aufgehoben, der Hund kann an kleinsten Wunden verbluten. Bei rechtzeitiger Behandlung (Tierarzt!) sind die Aussichten relativ gut. Bei Tieren, die Thallium gefressen haben, die Anzeichen setzen erst sehr spät ein. Die Haare gehen büschelweise aus, der Hund erbricht manchmal, Durchfall und Ausschlag. Langwierige Behandlung (Tierarzt!)

Schneckenkörner

Uncharakteristische Symtome wie Unruhe, Erbrechen und Krämpfe. Heftiger Verlauf.

Säurevergiftung

Starker Brechreiz, starke Reizung der Rachenschleimhaut, Kaffeesatzerbrechen, Kreislaufkollaps

Massnahmen:
  • Kein Erbrechen provozieren, da hierbei doch die Speiseröhre veräzt würde.
  • Vorsicht bei der Wasseraufnahme, diese kann zum Erbrechen führen. Hände schützen.
  • Tierarzt!
Verbrennungen

Hunde können sich an Wärmequellen, Chemikalien und Stromquellen verbrennen. Die Symptome unterscheiden sich je nach der Ursache der Verbrennung.

Anzeichen
  • Rote Haut (Hitze) oder weiss (Lauge) oder braun (Säure) verfärbt
  • Das Fell ist an der betreffenden Stelle versengt oder fällt aus
  • Die Haut ist stark berührungsempfindlich
  • Die Haut zieht sich zusammen (Säure) oder fühlt sich seifig, glitschig an (Lauge)
  • Blasenbildung auf der Haut

Erstmassnahmen
  • Hände schützen
  • Wenn die Haut noch intakt ist, die Wunde mit kaltem Wasser abspülen
  • kühlende Kompressen auf die Wunde legen
  • Wenn die Haut geschädigt ist, die Wunde nur mit einem sauberen Tuch abdecken
  • Tierarzt aufsuchen!
Stromschlag

ACHTUNG: Oftmals erscheint der Hund nach einem Stromschlag erholt, die Schäden (Herzrhytmusstörungen, Füllen der Lunge mit Wasser) treten oft erst nach Tagen auf!
  • Anzeichen
  • Brandwunden im Maulbereich
  • Krämpfe
  • kollabieren
  • Atemfrequenz unter 10 Atemzüge/min
  • Bewusstlosigkeit, ev. Herzstillstand
Erstmassnahmen
  • Stromquelle sofort abstellen, Hund vorher nicht berühren
  • Wenn die Stromquelle nicht ausgeschaltet werden kann, versuchen, den Hund von der Stromquelle wegzuschieben, jedoch ohne ihn dabei zu berühren; z.B. mit einem Holzbesenstiel, Holzlatte, Ast, etc.
  • Vorsicht bei feuchtem Gras!
  • Wenn für den Besitzer keine Gefahr mehr besteht, Atmung und Puls überprüfen
  • Wenn nötig Wiederbelebung durchführen
  • Zum Tierarzt gehen
Hitzschlag

Kein Hund sollte im Sommer im geparkten Auto längere Zeit verbleiben! Die Temperatur kann hier innerhalb kürzester Zeit auf über 55 Grad steigen - auch bei geöffneten Fenstern! Auch zu viel Bewegung an heissen Tagen kann sehr schnell zu einem Hitzschlag führen. Manche Hunderassen sind zudem gefährdeter als andere (z.B. alle Hunderassen mit verkürztem Maul und flacher Nase (z.B. Pekingesen), langhaarige Rassen, übergewichtige und ältere Hunde

Anzeichen
  • Starkes Hecheln
  • Sehr starker Speichelfluss
  • Kreislaufkollaps
  • ängstlicher Gesichtsausdruck Erstmassnahmen
  • Körpertemperatur des Hundes senken
  • Hund in den Schatten bringen
  • Falls Wasser vorhanden ist, den Hund vorsichtig aber intensiv abkühlen. Wenn er ins Wasser geführt wird, immer darauf achten, dass sein Kopf gestützt wird ( er könnte immer noch zusammenbrechen)
  • Keinesfalls Schocktherapie durch hineinwerfen!
  • Hund so lange kühlen, bis es ihm wieder besser geht
  • Reichlich zu trinken geben
  • Wenn nichts anderes vorhanden ist, dem Hund Speise- oder gewürfeltes Eis zu fressen geben
Erfrierungen

Bei zu starker Unterkühlung kommt es meist zuerst am Schwanz, Ohrenspitzen oder Fussballen zu Erfrierungen.

Anzeichen
  • Muskelsteifheit
  • Zittern
  • Erweiterte, starre Pupillen
  • Niedrige Pulsfrequenz (unter 70 Schläge/min)
  • Niedrige Atemfrequenz (unter 10 Atemzüge/min)
  • Haut löst sich in Schuppen ab, fühlt sich ledrig an
  • Haarausfall, weisse Verfärbung des Fells
Erstmassnahme
  • Hund vorsichtig aufwärmen
  • In eine Decke, Jacke oder ähnliches wickeln
  • Wenn eine Wärmeflasche verwendet wird, immer eine Decke zwischen den Hund und die Flasche legen
  • Wenn ein Haarfön verwendet wird, diesen immer auf die niedrigste Stufe stellen
Verdacht auf Tollwut

Virus, Übertragung v.a. durch Wildtiere

Symptome:
  • Wesensänderung
  • übermässiger Speichelfluss
  • Aggressivität
  • Bisse
Achtung: Bei verdächtigem Kontakt sofort Tierarzt aufsuchen!!
Vorsorge: Beim Tierarzt regelmässig Impfungen machen lassen.

Zeckenbefall

Zecken können z.T. Krankheiten übertragen

Symptome:

Mit Blut vollgesogene Zecken, wie geschwollene, bräunlich-weisse, erbsengrosse Gebilde

Abhilfe:

Sofortiges Entfernen durch Herausziehen (nicht drehen!) und anschliessende Desinfektion


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