Da schmunzeln Katzenfreunde:
Angst vor Katzen - gibt es so etwas?



Katzenhass und Katzenliebe - beides findet sich bei Menschen im Extrem. Oft wurden die Weichen bereits im Kindesalter gestellt, sei es durch negative oder positive Erfahrungen - oder durch elterliches Vorbild und Verhaltensweisen.

Mindestens 15 Millionen Menschen sind betroffen

Der Pulsschlag liegt bei über 150 Schlägen pro Minute. Angstschweiss rinnt in Strömen von der Stirn. Die Hände zittern nervös uns sind einfach nicht mehr unter Kontrolle zu bringen. Herzrasen, Schweissausbrüche, Schwindelanfälle, weiche Knie und Magenkrämpfe steigern sich zu einer ausgewachsenen Panikattacke - der Blick verschwimmt, die Ohren dröhnen: Flucht oder Ohnmacht scheinen die einzigen Auswegsmöglichkeiten zu sein.
All dies sind die quälenden Symptome grosser Angst, wie sie normalerweise nur in äusserst bedrohlichen, ja lebensgefährlichen Situationen vorkommen. Dass der blosse Anblick einer Katze derartige Angstanfälle auszulösen vermag, scheint schier unglaublich. Und dennoch: Schätzungsweise 15 Millionen Menschen weltweit haben diese Erfahrung bereits gemacht. Die American Psychiatric Association spricht sogar von weitaus mehr Betroffenen. Viele von ihnen leiden täglich unter ihrer ernstzunehmenden Angststörung, die von seiten der Gesellschaft oft belächelt wird.

Da schmunzeln Katzenfreunde

Katzenliebhaber mögen nun vielleicht schmunzeln. Angst vor Katzen? Das kann es doch einfach nicht geben! Schnell ist man geneigt, betroffene Personen zu belächeln oder sogar zu verspotten. Das ist allerdings das Schlimmste, was man ihnen antun kann! Die Angst vor Katzen ist in den meisten Fällen weder eine pure Einbildung noch albernes Getue. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Angststörung, die sich in extremen Fällen so weit steigern kann, dass ein normales Leben unmöglich wird.

Spotten verboten!

Durch spöttische Bemerkungen verstärkt man den psychischen Druck der betroffenen Personen möglicherweise nur noch. Sie glauben, dass ihre Ängste nicht ernst genommen werden und ziehen sich unter Umständen sogar verschämt aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Diese Reaktion kann fatale Folgen haben. Sie blockiert von vornherein jede Chance auf Heilung. Der oder die Betroffene leidet eventuell ein Leben lang unter seiner/ihrer entsetzlichen Angst vor Katzen.

Woher kommt die Angst?

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Angst-Therapie ist die Ursachenforschung. Das bedeutet, dass der Grund für die übersteigerte Angst vor Katzen gesucht wird. Wenn du eine Person kennst, die Angst vor Katzen hat, solltest du sie einmal fragen, warum sie sich eigentlich vor Katzen fürchtet. Die meisten werden nicht dazu in der Lage sein, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Die American Psychiatric Association ist der Überzeugung, dass Ailurophobia in vielen Fällen durch Kindheitstraumata entsteht. Oft ist es ein unscheinbarer Zwischenfall in den ersten Lebensjahren des Patienten, der zur Wurzel einer ausgeprägten Angsterkrankung wird. Es kann genügen, dass ein Kind in eine Situation gerät, in der es eine Katze als höchst bedrohlich empfindet. Es ist auch möglich, dass eine Bezugsperson des Kindes selbst an der Angst vor Katzen leidet und das Kind unbewusst beeinflusst. Unter Umständen kann sich im Laufe der Jahre aus einem kleinen Unwohlsein beim Anblick einer Katze eine handfeste Angst entwickeln, deren Ursache dem Betroffenen in vielen Fällen völlig unbekannt ist.

Therapiemöglichkeiten?

In der Tat gibt es durchaus geeignete Möglichkeiten, die helfen können, die Angst vor Katzen endlich zu überwinden. Die beste Voraussetzung hierfür ist natürlich die eigene Motivation. Wer erst einmal den festen Willen dazu hat, seine Angststörung abzubauen, unternimmt mit diesem Entschluss bereits den ersten Schritt zur Selbstheilung.
Der zweite Schritt besteht in einer gezielten Therapie, die sowohl unter der Anleitung eines Fachmannes, zum Beispiel eines erfahrenen Psychotherapeuten, als auch in Eigenregie durchgeführt werden kann. Ob man versucht, sich selbst zu therapieren oder sich besser in kompetente Hände begibt, hängt nicht zuletzt von der individuellen Ausprägung des Krankheitsbildes und der eigenen Willensstärke ab.
Die besten Therapieergebnisse wurden - nach Angaben der American Psychiatric Association - mit der Desensibilisierung erzielt. Unter einer Desensibilisierung versteht man den stufenweisen Abbau einer spezifischen Angst. Sie wird seit langem zur Behandlung vieler Angststörungen, wie zum Beispiel der Angst vor Spinnen, eingesetzt. Die Therapie besteht darin, dass der Angst-Patient Schritt für Schritt mit dem Objekt seiner Angst konfrontiert wird. Dabei soll er lernen, den Anblick einer Katze mit Gelassenheit zu ertragen und seine panische Angst unter Kontrolle zu bekommen. Dazu gehört auch, dass die körperlichen Symptome der Angst verschwinden.
Im weiteren Verlauf der Behandlung soll sich der Angstpatient zutrauen, eine Katze zu berühren. Das klingt ganz leicht; leider ist diese Phase der Therapie für viele Katzen-Phobiker höchst anstrengend. Manche versetzt nämlich nicht nur der direkte Kontakt mit einer Katze in helle Aufregung - bereits die Abbildung einer Katze oder die Katze aus der Fernsehwerbung können Panikanfälle auslösen.

Verständnis ist gefragt

So kurios diese Angst auf Katzenfreunde auch wirken mag - man sollte die Probleme betroffener Personen dennoch ernst nehmen. Katzenphobien sind mindestens genauso quälend wie die weit verbreitete Flugangst, Platzangst oder die Angst vor Spinnen und Ratten. Anstatt verständnislos zu lächeln, sollte man die Ängste eines Katzen-Phobikers respektieren und daran denken, dass es vielleicht irgend etwas gibt, das uns selbst in Angst und Schrecken versetzt - denn dann wünschen wir uns ja auch Verständnis dafür.


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