Tiere helfen heilen:
Delfintherapie


Was ist Delfintherapie?

Die Delfintherapie ermöglicht Kindern mit mentalen, körperlichen oder psychischen Behinderungen neue Wege für ihre Genesung zu finden. Durch das therapeutische Spiel mit den Delfinen machen die Patienten plötzlich Dinge, an denen vorhergehende Therapien gescheitert sind. Sie lachen zum ersten mal, geben die ersten Worte von sich oder bewegen sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder unverkrampft.

Der Erfinder...

...dieser aussergewöhnlichen Therapieform ist der Psychologe und Verhaltensforscher Dr. David E. Nathanson. Er leitet die in Amerika durchgeführten Therapieprogramme der Dolphin-Human-Therapy und hilft gemeinsam mit seinem pädagogisch und therapeutisch geschulten Team Kindern aus über 30 Ländern dieser Welt.

Der Ablauf einer Therapie

Die Kinder arbeiten zu festgelegten Zeiten auf einem schwimmenden Dock mit ihrem jeweiligen Therapeuten und mindestens einem Delfin. Delfine haben, wie sich auch in den Therapien gezeigt hat, ein deutliches Gespür für den Schwächeren und nähern sich diesen Kindern spielerisch. Auf diese Art verlieren Kinder schnell ihre Angst vor den grossen Tieren und nehmen über sie wieder Kontakt zu ihrer Umwelt auf.




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Dadurch, dass sie bei der Arbeit mit den sehr intelligenten und einfühlsamen Tieren ihre Ängste abbauen lernen, können sie zu neuem Selbstvertrauen finden. Aus diesem Grund zeigen behinderte Kinder, deren Leben meistens durch Isolation und Apathie bestimmt war, gemeinsam mit den verspielten Delfinen wieder "verlorengeglaubte" Reaktionen. Um einen möglichst grossen Behandlungseffekt zu erzielen, sollte die Therapie mindestens zwei Wochen dauern.
Die Therapie besteht jedoch keineswegs nur aus dem Schwimmen mit Delfinen: Hauptsächlich arbeitet das behinderte Kind an einer Aufgabe mit dem Therapeuten, in der auch der/die Delfin/e eingebunden sind. Wenn das Kind die Aufgabe gut gelöst hat, darf es zur Belohnung zu dem Delfin ins Wasser. Positive Reaktionen werden gelobt und hervorgehoben; dabei ist der Delfin für das Kind eine ungeheure Motivation. Die Aufgaben werden für jedes Kind individuell angepasst und während der ganzen Therapie gesteigert. Auch die Kontaktaufnahme mit dem Delfin geschieht stufenweise. Zuerst darf das Kind den Delfin berühren oder streicheln, dann geht es ins Wasser und wird von dem Delfin gezogen, geschoben oder spielt mit ihm.

Die Wirkung der Delfin-Therapie...
  • ...ist leider noch nicht wissenschaftlich bewiesen und die Therapie wird deshalb in den allerwenigsten Fällen von der Krankenkasse übernommen. Sicher ist jedoch,...
  • ...dass Kinder mit Down-Syndrom oder Autismus nach der Therapie mehr oder besser sprechen
  • ...dass die Kinder während der Therapie insgesamt einen enormen Entwicklungsschub machen und alle selbstbewusster nach Hause gehen.
"Die Liebe und die Intelligenz dieser Tiere verändern die Menschen", steht in den Reiseprospekten.

Warum funktioniert das?

Aus einer soliden wissenschaftlichen Theorie lässt sich der positive Einfluss der Delfine nicht ableiten. Die einen verweisen auf die fast telephatische Kraft der Meeressäuger, per Ultraschall den Gemüts- und Gesundheitszustand abzutasten. Die etwas banalere Erklärung ist, dass das berühmte "Lächeln" und das Schnattern der Delfine eine positive Stimmung bei den kleinen Patienten erzeugen, unterstützt durch das Wasser und das sonnige Klima.

Um die Therapie individuell gestalten zu können...

...wird die ausführliche Krankengeschichte des Kindes erfragt. Der Fragenkatalog erstreckt sich über den bisherigen Entwicklungverlauf, abgeschlossene oder laufende Therapien, vorliegende medizinische oder psychologische Befunde und körperliche bzw. psychische Besonderheiten. Vier Wochen vor und nach der Therapie wird die Situation und die Entwicklung des Kindes mittels Elterninterviews, Verhaltensbeobachtungen, Fragebögen zur Erfassung des Lern- und Arbeitsverhaltens sowie der Erfassung der Kommunikationsfähigkeit eingeschätzt.

Wo?

Weltweit sind bereits einige Orte bekannt, an welchen die Delfintherapie praktiziert wird. Neben den Zentren in Miami, Key Largo, Florida, Israel, Mexiko und Italien jetzt sogar Einrichtungen in Russland und Schweden.

Zusammenfassend...

...kann man folgende Wirkungen von Tieren auf Menschen beschreiben, indem ein Tier...
  • den Körperkontakt herstellt
  • von Ängsten ablenkt
  • ohne Worte versteht
  • die Erinnerung anregt
  • zu körperlicher und geistiger Aktivität ermuntert
  • Zuneigung sucht und schenkt
  • keinen Menschen zurückstösst
  • vielleicht von einer Behinderung weiss, sich aber "normal" benimmt
  • die Verantwortungsbereitschaft fördert
  • das Selbstbewusstsein stärkt
  • den Teufelskreis einer erworbenen und sich immer weiter verstärkenden Hilflosigkeit beim Menschen durchbrechen kann

All dies trifft auf alle Tiere, welche für Therapien eingesetzt werden, zu; nicht nur für Delfine. Bei ihnen jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder geheilt werden können, besonders gross.



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