Hilfe!!
Ich hab eine Spinnenphobie!





Spinnenphobie?

Viele Menschen haben Angst vor Spinnen. Sie ekeln sich zum Beispiel vor den langen, dünnen Beinen dieser Tiere, bekommen Panikanfälle, Schreikrämpfe und ähnliches. Viele rennen sogar wie von einer Tarantel gestochen aus dem Zimmer und schicken jemand anders hinein, der die Spinne umbringt oder zumindest aus dem Zimmer entfernt. Werden solche Gefühle zu mächtig, die Angst vor Spinnen zu gross, spricht man von einer Spinnenphobie. Damit ist aber nicht das normale Unwohlsein beim Auftauchen so eines Achtbeiners gemeint!
Bricht jedoch beim Anblick des Spinnentiers kalter Schweiss aus, rast das Herz und schnürt der Hals zu, dann leidet man unter einer Spinnenphobie.

Ernsthafte Probleme

Eine Spinnenfobie sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, da sie das ganze Leben einer Person verändern kann, weil diese Phobie meist von heute auf morgen auftritt; etwa durch eine unangenehme Erfahrung, die man mit Spinnen gemacht hat. Andere haben von klein auf Angst vor Spinnen, da sie von ihren Eltern eingebläut bekamen, dass Spinnen ekelhafte und gefährliche Tiere sind, die man am besten ausrotten würde.

Warum haben bestimmte Menschen Angst vor manchen Tieren?

Da gibt es zum einen die in der Psychologie geläufige Erklärung, dass dies mit einem Trauma, d.h. mit einem besonders schlimmen Erlebnis mit dem Tier zusammenhinge. Tatsächlich können aber nur ca. 50 % der Tierphobiker über so ein Erlebnis, meist aus der Kindheit, berichten. Diese wurden dann z.B. von einem Hund einmal gebissen ober von der plötzlichen Anwesenheit einer Schlange im Garten sehr erschreckt. Bedeutend scheint allerdings das Vorbild der Eltern zu sein. Untersuchungen haben tatsächlich eine familiäre Häufung von Tierphobien festgestellt. Wenn also die Mutter Angst oder starken Ekel vor Spinnen hat, dann hat ihr Kind "gute" Chancen, diese auch zu entwickeln. Und was noch interessanter ist: Wenn der Vater Angst vor bestimmten Tieren hat, stehen die Chancen, dass die Kinder auch Phobien bekommen, noch höher!

Ein Beispiel: Eine amerikanische Psychologin hat Schimpanseneltern mit Schlangen zusammengebracht, woraufhin die Schimpansen in Panik gerieten. Die Schimpansen-Jungen, welche noch nie zuvor Schlangen gesehen hatten, beobachteten dies aus einiger Entfernung. Als sie dann selbst mit den Schlangen in Berührung kamen, zeigten sie sofort eine intensive Angst- und Fluchtreaktion! In der Psychologie heisst das "Modell-Lernen". Die Herkunft der Angst ist also zum Teil durch die Tiere selbst bestimmt, durch die eigene (schlechte) Erfahrung oder durch das Mitanschauen einer solchen.

Hilfe bei Spinnenphobie

Dazu muss zuerst gesagt werden, dass so eine Phobie leider fast nie von allein weggeht - sie verschlimmert sich mit den Jahren eher noch. Das kann für die betroffenen Personen ziemlich unangenehm sein. Meistens wissen sie, dass die Angst eigentlich unbegründet und völlig übertrieben ist und sie versuchen, die Phobie so weit es geht zu verbergen. Solange das gut geht, suchen die meisten Phobiker auch keinen Therapeuten auf. Es gibt zwar Therapieplätze für Leute, die von ihrer Phobie loskommen wollen, doch es sind längst nicht genug, da mehr Leute diese Krankheit haben, als bekannt ist. In einem ersten Gespräch versucht der Therapeut, die Ursache der Phobie zu erkunden. Gleichzeitig erklärt er dem Patienten, was bei einer Panikattacke im Körper überhaupt passiert - eine wichtige Voraussetzung, um seine Angst einschätzen und bekämpfen zu können. Auf die theoretischen Erklärungen folgt das praktische Üben: Die Konfrontation mit dem panikauslösenden Objekt. Bei einer Spinnenphobie könnte das der Gang in einen Zoofachhandel sein, wo man Vogelspinnen in Terrarien bestaunen kann - für Spinnenphobiker eine wahre Mutprobe. Nur durch diese Konfrontation und die Erfahrung, dass einem Spinnen eigentlich nicht schaden, können solche Ängste überwunden werden - doch das braucht seine Zeit.


Zurück zur Artikelübersicht